Endlich künstliche Intelligenz im Amt völlig ohne Bauchschmerzen beim Datenschutz?
Wer schon mal ChatGPT für die Arbeit nutzen wollte, kennt das Problem. In Behörden ist das oft verboten oder zumindest heikel. Der Grund dafür ist simpel. Diese Systeme laufen auf Servern in Amerika und niemand weiß so richtig genau, was mit den Daten passiert.
Für sensible Verwaltungsdaten ist das ein zu großes Risiko.
Genau hier setzt ein neues Projekt an. SOOFI. Ziel ist eine deutsche Alternative, die genauso leistungsfähig werden soll wie ChatGPT. Allerdings mit deutschem Datenschutz und völlig ohne Abhängigkeit von internationalen Konzernen.
Was steckt dahinter?
SOOFI steht für Sovereign Open Source Foundation Models. Auf Deutsch bedeutet das etwa souveräne und offene Basismodelle. Seit November 2025 arbeiten mehrere deutsche Forschungseinrichtungen gemeinsam daran. Mit dabei sind unter anderem:
- DFKI
- Fraunhofer
- TU Darmstadt
Der Bund fördert das Projekt mit rund 20 Millionen Euro. Trainiert wird die Software übrigens bei der Telekom in München auf speziellen Hochleistungsrechnern.
Das große Ziel ist ein System mit etwa 100 Milliarden Parametern. Das ist vereinfacht gesagt ein Maß für die Denkkapazität des Systems. Im Sommer 2026 hat das Team einen ersten Zwischenschritt vorgestellt. Das ist ein kleineres Modell namens Soofi S mit rund 30 Milliarden Parametern. Das größere Modell befindet sich bereits im Training.
Ist das jetzt schon ein Chatbot wie ChatGPT?
Noch nicht ganz. Am besten stellt man sich Soofi S wie einen Automotor ohne Karosserie vor. Die Technik funktioniert und ist leistungsstark. Es fehlt aber noch die Hülle drumherum, mit der man sie ganz normal bedienen könnte.
Damit aus so einem Modell ein Chatbot wird, den man einfach etwas fragen kann, braucht es noch einen weiteren Entwicklungsschritt.
Aktuell testen deshalb erst ausgewählte Unternehmen das Modell in einer geschlossenen Vorabversion. Wer mitmachen will, muss sich beim Projekt melden und erklären, wofür man die Software nutzen möchte. Laut dem Projektteam soll das System aber in den kommenden Wochen für alle offen zugänglich werden.
Warum das trotzdem eine gute Nachricht ist
Das Besondere an SOOFI: Die Technologie wird von Anfang an so gebaut, dass sie europäische Regeln für den Datenschutz strikt einhält. Das wird nicht nachträglich reingepresst, sondern von Grund auf mitgedacht. Fachleute nennen das Compliance by Design.
Zusätzlich soll das fertige System später kostenlos und quelloffen für alle nutzbar sein. Das gilt auch für Behörden.
Das wäre ein echter Unterschied zu den bekannten amerikanischen Modellen. Es entsteht eine Technologie, die man versteht und der man vertrauen kann. Man könnte sie theoretisch sogar auf eigenen Servern in Deutschland betreiben.
Fazit
SOOFI ist noch kein fertiges Produkt, das man morgen im Rathaus nutzen kann. Aber es zeigt deutlich: Es wird ernsthaft an einer deutschen und vertrauenswürdigen Alternative gearbeitet. Für alle, die sich fragen, ob künstliche Intelligenz in Behörden jemals ohne Bedenken ankommen kann, ist das ein Projekt, das man definitiv im Auge behalten sollte.
